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Odd Beholder (CH)
Atmosphärisch war ihr Dream-Pop schon immer, ihre Lieder sind wie klingende Geheimnisse, aber mit ihrem neuen und wunderbar leisen Elektro-Album „Honest Work“ erreicht sie eine neue Stufe der Schwerelosigkeit; zärtlich, traurig, hoffnungsvoll. Mittel zur Erdung sind wattige Synth-Bässe und eine kühl programmierte Drum-Machine. „Honest Work“ ist ein Konzeptalbum, das sich mit der modernen Arbeit und all ihrer komplizierten Verstrickungen in einer globalisierten Welt beschäftigt: Ausbeutung, Klimakrise, Vereinsamung, Gier und Leistungsdruck – und trotzdem kommt das nicht verkopft daher. Im Gegenteil. Odd Beholder hat sich das Durchlässige, Imaginäre bewahrt, das sie mit Hilfe des Berliner Techno-Produzenten Douglas Greed zu hauchdünnen Soundtüchern verwebt, in denen sich Weinmanns klare Stimme verfängt, damit man ihr zuhört, wenn sie singt. Und wenn dann noch, wie in „Drive“, eine poppige Gitarre dem Horizont entgegenfunkelt, ziehen geträumte Landschaften vorbei.